Für jedes Ersatzteil braucht man zwei Dinge: den Hersteller und die Baureihe. Beides steht normalerweise auf dem Typenschild – nur findet das niemand, es ist überstrichen, es fehlt, oder es steht ein Firmenname darauf, den es als Torhersteller gar nicht gibt. Hier steht, wo Sie suchen müssen und wie man den echten Hersteller auch ohne Schild bestimmt.
Suchen Sie das Typenschild zuerst seitlich an der Zarge, dann auf der obersten Sektion und dann am Antrieb – der Antrieb hat nämlich sein eigenes Schild, und das verrät oft mehr als das Schild am Tor.
Steht auf dem Torschild der Name eines Händlers oder Fachbetriebs: Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Viele Betriebe lassen Tore unter eigenem Namen fertigen. Der eigentliche Hersteller lässt sich fast immer über die Beschläge bestimmen – Rollenhalter, Scharniere und Führungsteile sind meist mit dem Namen oder Logo des echten Herstellers geprägt.
Und das Wichtigste: Für die Reparatur brauche ich den ursprünglichen Lieferanten nicht. Ich brauche das Tor, das Maß und ein paar Fotos.
Nehmen Sie eine Taschenlampe mit. Die Schilder sind klein, oft verstaubt und sitzen an Stellen, an denen man nicht von selbst hinschaut.
| Bei welchem Tor | Wo nachsehen |
|---|---|
| Sektionaltor | Seitlich an der senkrechten Zarge, meist rechts innen in Augenhöhe. Zweitens: auf der obersten Sektion, innen. Drittens: innen an der Laufschiene. |
| Schwingtor | Innen am Rahmen oben oder seitlich, häufig auf dem Querprofil. Bei alten Toren manchmal nur ein eingestanztes Kürzel auf dem Hebelarm. |
| Rolltor | Im oder am Wickelkasten, teils erst nach Abnahme der Revisionsabdeckung sichtbar. Oft gibt es ein kleines Sichtfenster. |
| Antrieb | Seitlich am Antriebskopf oder unter der Lampenabdeckung. Hier steht fast immer der echte Antriebshersteller mit Typ und Baujahr. |
| Industrie- und Sammelgaragentor | Am Steuerungskasten und zusätzlich an der Zarge. Bei kraftbetätigten Anlagen gehört auch die Betriebs- und Wartungsanleitung ans Objekt – oft hängt sie in einer Klarsichthülle am Schaltkasten. |
Das kommt häufig vor, wenn ein Tor nachträglich lackiert wurde. Die Beschriftung ist meist geprägt oder gestanzt – wenn Sie seitlich mit einer Taschenlampe darauf leuchten, lesen Sie die Prägung oft noch im Schattenwurf. Bitte nicht abkratzen: Das Schild soll lesbar bleiben, es gehört zur Anlage.
| Angabe | Wofür ich sie brauche |
|---|---|
| Hersteller oder Lieferant | Der Einstieg in die Ersatzteilsuche – mit der Einschränkung, dass hier auch ein Händlername stehen kann |
| Typ oder Baureihe | Entscheidet, welche Beschläge, Rollen und Dichtungen passen |
| Auftrags- oder Kommissionsnummer | Damit lässt sich beim Hersteller oft die komplette Ausführung nachschlagen – die nützlichste Zahl auf dem ganzen Schild |
| Baujahr oder Fertigungsdatum | Sagt mir, ob es Elektronik noch gibt und in welcher Generation die Beschläge sind |
| Tormaß | Bestellmaß oder Fertigungsmaß – wichtig für Federn und Seile |
| Federtyp oder Federkennzeichnung | Bei Sektionaltoren neuerer Jahrgänge direkt angegeben. Dann kann ich die richtige Feder gleich mitbringen. |
| Gewicht des Torblatts | Grundlage für die Federberechnung und dafür, ob der Antrieb kräftig genug ist |
| CE-Kennzeichnung | Zeigt, dass das Tor als Bauprodukt in Verkehr gebracht wurde. Bei Anlagen in Wohnanlagen und Gewerbe gehört das zur Dokumentation. |
Fotografieren Sie das Schild einmal richtig ab und legen Sie das Bild zu Ihren Hausunterlagen. In zehn Jahren ist es eine der nützlichsten Dateien, die Sie haben – und bei einem Hausverkauf freut sich der Käufer.
Dieser Fall kommt bei mir fast jede Woche vor, und er verunsichert die Leute mehr, als er muss. Deshalb ganz nüchtern: Viele Fachbetriebe und Händler verkaufen Tore unter ihrem eigenen Namen. Das Tor wird von einem der großen Werke gefertigt und mit dem Schild des Betriebs ausgeliefert, der es verkauft. Das ist üblich, erlaubt und sagt über die Qualität gar nichts – dahinter steckt meist ein Markentor.
Für Sie hat das nur eine Konsequenz: Der Name auf dem Schild ist nicht automatisch der Hersteller. Und wenn Sie unter diesem Namen nach Ersatzteilen suchen, finden Sie nichts.
| Wo ich hinsehe | Was mir das verrät |
|---|---|
| BeschlägeRollenhalter, Scharniere, Seiltrommeln, Endkappen | Der zuverlässigste Weg. Diese Teile werden vom Werk gefertigt und sind in der Regel mit Herstellername oder Logo geprägt. Ein Händlerschild am Tor ändert daran nichts. |
| Typenschild am Antrieb | Der Antrieb hat sein eigenes Schild mit echtem Hersteller, Typ und Baujahr. Oft kommt er vom gleichen Werk wie das Tor. |
| Paneelprofil und Sickenbild | Jedes Werk hat seine eigenen Profile, Fugenbilder und Prägungen. Daran erkennt man die Herkunft auch ohne jede Beschriftung. |
| Laufschienenquerschnitt und Federaufhängung | Unterscheidet sich von Werk zu Werk deutlich und lässt sich auf einem Foto erkennen. |
| Dichtungsprofile | Boden-, Seiten- und Sturzdichtungen sind werksspezifisch geformt – wichtig, weil genau die oft als Erstes ersetzt werden müssen. |
| Handsender und Funkempfänger | Zeigt die Funkgeneration und damit das Baujahr-Fenster. Dazu mehr auf Handsender. |
Schicken Sie mir per WhatsApp oder Mail fünf Fotos, dann sage ich Ihnen in der Regel am selben Tag, was Sie haben:
Diese Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird. Sie können das Teil danach selbst bestellen – dann wissen Sie wenigstens, welches.
Bei Toren, die älter als rund 30 Jahre sind, fehlt das Schild oft ganz – abgefallen, weggerostet, bei einer Renovierung mitlackiert. Das ist kein Hindernis, es dauert nur etwas länger. Dann wird nach Bauart bestimmt und nach Maß gearbeitet:
Über Beschläge, Profile, Schienen und Federaufhängung. Das ist der Teil, bei dem die Jahre im Werkskundendienst helfen: Ich habe diese Baureihen eingebaut, als sie neu waren.
Breite, Höhe, Paneelstärke und Gewicht – aus dem Gewicht ergibt sich die Federberechnung, auch ohne Herstellerangabe.
Drahtstärke, Innendurchmesser, Länge und Wickelrichtung. Damit lässt sich eine Feder beschaffen oder nachfertigen, die genau passt – und ausgewogen läuft. Mehr auf Federwechsel.
Ich notiere, was verbaut ist, und Sie bekommen das schriftlich. Beim nächsten Mal muss niemand mehr rätseln – bei Mietobjekten und Wohnanlagen ist das Gold wert.
In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist nicht der Name auf dem Schild, sondern das Baujahr und die Frage, ob es Mechanik oder Elektronik ist.
| Baujahr | Mechanik | Elektronik |
|---|---|---|
| ab 2010 | problemlos | problemlos |
| 2000–2010 | problemlos | meist noch |
| 1990–2000 | meist noch | selten |
| vor 1990 | Einzelfall, Federn und Seile fast immer nachfertigbar | nein |
Bei alter Elektronik ist ein neuer Antrieb meist billiger als die Suche nach der Originalplatine – und man bekommt Lichtschranke und Kraftabschaltung auf aktuellem Stand mit dazu. Verbaut werden nur Teile, die der Herstellerspezifikation entsprechen; das verlangt die DGUV-Information 208-022 und ist der Grund, warum ein Billigteil aus dem Internet am Ende teurer wird.
Ich repariere Toranlagen unabhängig davon, wer sie geliefert hat und unabhängig davon, welcher Name auf dem Schild steht – Hörmann, ConDoor, Novoferm, Normstahl, Teckentrup, Wiśniowski, Köster, Crawford, der Name eines regionalen Fachbetriebs oder gar kein Name. Ein großer Teil meiner Einsätze sind genau solche Anlagen: Betriebe werden verkauft, geben auf oder haben die Unterlagen von damals nicht mehr. Für Sie ändert das nichts.
Beim Sektionaltor seitlich an der senkrechten Zarge, meist rechts innen in Augenhöhe, und zusätzlich innen auf der obersten Sektion. Beim Schwingtor innen am Rahmen oder auf dem Querprofil. Beim Rolltor im Wickelkasten, teils erst nach Abnahme der Revisionsabdeckung. Und immer auch am Antrieb nachsehen: Der hat sein eigenes Schild, meist unter der Lampenabdeckung.
Nein. Viele Händler und Fachbetriebe verkaufen Tore unter eigenem Namen – gefertigt werden sie von einem der großen Werke. Das ist üblich und sagt über die Qualität nichts. Es heißt nur: Suchen Sie Ersatzteile nicht unter diesem Namen, sondern lassen Sie den echten Hersteller über die Beschläge bestimmen.
Am sichersten an den Beschlägen: Rollenhalter, Scharniere, Seiltrommeln und Endkappen sind in der Regel mit Namen oder Logo des Werks geprägt. Dazu das eigene Typenschild am Antrieb, das Paneel- und Sickenbild, der Laufschienenquerschnitt und die Dichtungsprofile. Fünf Fotos genügen mir meist, um das zu sagen.
Rufen Sie mich an. Für die Reparatur brauche ich den ursprünglichen Lieferanten nicht. Das kommt oft vor – Betriebe werden verkauft, geben auf oder haben die alten Auftragsdaten nicht mehr. Ich bestimme Hersteller und Baureihe selbst und lege Ihnen die Dokumentation neu an.
Die Beschriftung ist meist geprägt oder gestanzt. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe flach von der Seite darauf, dann lesen Sie die Prägung oft im Schattenwurf. Bitte nicht abkratzen. Wenn gar nichts zu erkennen ist, bestimme ich das Tor nach Bauart – das geht auch.
Die Auftrags- oder Kommissionsnummer. Damit lässt sich beim Hersteller häufig die komplette Ausführung nachschlagen – Maß, Federtyp, Beschlagsart, Farbe. Danach kommen Typ und Baujahr.
Nein. Schicken Sie mir die Fotos, ich sage Ihnen, was Sie haben und welches Teil Sie brauchen. Auch dann, wenn Sie es danach selbst bestellen. Bei Federn und Seilen würde ich Ihnen allerdings abraten, selbst Hand anzulegen – warum, steht auf Federwechsel.
Das ist im Bestand der Normalfall. Ich nehme die Anlagen auf, bestimme Hersteller und Baureihe, prüfe sie und lege die Dokumentation neu an – mit Protokoll je Anlage und Abrechnung je Objekt. Siehe Hausverwaltungen und Gewerbe.
Oft ja – Mechanik ist viel länger verfügbar, als man denkt, und Federn lassen sich nachfertigen. Gegen eine Reparatur sprechen ein durchgerosteter Rahmen, fehlende Sicherheitsbauteile oder Elektronik von vor 2000. Ich rechne Ihnen beides durch, Reparatur und neues Tor, und sage Ihnen auch dann, wenn die Reparatur die bessere Wahl ist.
Fotos schicken, Antwort meist am selben Tag:
📞 +49 (0) 151 50 75 67 59