🔍 Typenschild lesen · Hersteller bestimmen · Ersatzteil finden

Welches Garagentor habe ich? Typenschild lesen und Hersteller bestimmen

Für jedes Ersatzteil braucht man zwei Dinge: den Hersteller und die Baureihe. Beides steht normalerweise auf dem Typenschild – nur findet das niemand, es ist überstrichen, es fehlt, oder es steht ein Firmenname darauf, den es als Torhersteller gar nicht gibt. Hier steht, wo Sie suchen müssen und wie man den echten Hersteller auch ohne Schild bestimmt.

Die kurze Antwort

Suchen Sie das Typenschild zuerst seitlich an der Zarge, dann auf der obersten Sektion und dann am Antrieb – der Antrieb hat nämlich sein eigenes Schild, und das verrät oft mehr als das Schild am Tor.

Steht auf dem Torschild der Name eines Händlers oder Fachbetriebs: Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Viele Betriebe lassen Tore unter eigenem Namen fertigen. Der eigentliche Hersteller lässt sich fast immer über die Beschläge bestimmen – Rollenhalter, Scharniere und Führungsteile sind meist mit dem Namen oder Logo des echten Herstellers geprägt.

Und das Wichtigste: Für die Reparatur brauche ich den ursprünglichen Lieferanten nicht. Ich brauche das Tor, das Maß und ein paar Fotos.

Wo das Typenschild sitzt

Nehmen Sie eine Taschenlampe mit. Die Schilder sind klein, oft verstaubt und sitzen an Stellen, an denen man nicht von selbst hinschaut.

Bei welchem TorWo nachsehen
Sektionaltor Seitlich an der senkrechten Zarge, meist rechts innen in Augenhöhe. Zweitens: auf der obersten Sektion, innen. Drittens: innen an der Laufschiene.
Schwingtor Innen am Rahmen oben oder seitlich, häufig auf dem Querprofil. Bei alten Toren manchmal nur ein eingestanztes Kürzel auf dem Hebelarm.
Rolltor Im oder am Wickelkasten, teils erst nach Abnahme der Revisionsabdeckung sichtbar. Oft gibt es ein kleines Sichtfenster.
Antrieb Seitlich am Antriebskopf oder unter der Lampenabdeckung. Hier steht fast immer der echte Antriebshersteller mit Typ und Baujahr.
Industrie- und Sammelgaragentor Am Steuerungskasten und zusätzlich an der Zarge. Bei kraftbetätigten Anlagen gehört auch die Betriebs- und Wartungsanleitung ans Objekt – oft hängt sie in einer Klarsichthülle am Schaltkasten.

💡 Wenn das Schild überstrichen ist

Das kommt häufig vor, wenn ein Tor nachträglich lackiert wurde. Die Beschriftung ist meist geprägt oder gestanzt – wenn Sie seitlich mit einer Taschenlampe darauf leuchten, lesen Sie die Prägung oft noch im Schattenwurf. Bitte nicht abkratzen: Das Schild soll lesbar bleiben, es gehört zur Anlage.

Was auf dem Schild steht und was es bedeutet

AngabeWofür ich sie brauche
Hersteller oder LieferantDer Einstieg in die Ersatzteilsuche – mit der Einschränkung, dass hier auch ein Händlername stehen kann
Typ oder BaureiheEntscheidet, welche Beschläge, Rollen und Dichtungen passen
Auftrags- oder KommissionsnummerDamit lässt sich beim Hersteller oft die komplette Ausführung nachschlagen – die nützlichste Zahl auf dem ganzen Schild
Baujahr oder FertigungsdatumSagt mir, ob es Elektronik noch gibt und in welcher Generation die Beschläge sind
TormaßBestellmaß oder Fertigungsmaß – wichtig für Federn und Seile
Federtyp oder FederkennzeichnungBei Sektionaltoren neuerer Jahrgänge direkt angegeben. Dann kann ich die richtige Feder gleich mitbringen.
Gewicht des TorblattsGrundlage für die Federberechnung und dafür, ob der Antrieb kräftig genug ist
CE-KennzeichnungZeigt, dass das Tor als Bauprodukt in Verkehr gebracht wurde. Bei Anlagen in Wohnanlagen und Gewerbe gehört das zur Dokumentation.

Fotografieren Sie das Schild einmal richtig ab und legen Sie das Bild zu Ihren Hausunterlagen. In zehn Jahren ist es eine der nützlichsten Dateien, die Sie haben – und bei einem Hausverkauf freut sich der Käufer.

Auf dem Schild steht ein Firmenname, den ich nicht kenne

Dieser Fall kommt bei mir fast jede Woche vor, und er verunsichert die Leute mehr, als er muss. Deshalb ganz nüchtern: Viele Fachbetriebe und Händler verkaufen Tore unter ihrem eigenen Namen. Das Tor wird von einem der großen Werke gefertigt und mit dem Schild des Betriebs ausgeliefert, der es verkauft. Das ist üblich, erlaubt und sagt über die Qualität gar nichts – dahinter steckt meist ein Markentor.

Für Sie hat das nur eine Konsequenz: Der Name auf dem Schild ist nicht automatisch der Hersteller. Und wenn Sie unter diesem Namen nach Ersatzteilen suchen, finden Sie nichts.

So bestimme ich den echten Hersteller

Wo ich hinseheWas mir das verrät
BeschlägeRollenhalter, Scharniere, Seiltrommeln, Endkappen Der zuverlässigste Weg. Diese Teile werden vom Werk gefertigt und sind in der Regel mit Herstellername oder Logo geprägt. Ein Händlerschild am Tor ändert daran nichts.
Typenschild am Antrieb Der Antrieb hat sein eigenes Schild mit echtem Hersteller, Typ und Baujahr. Oft kommt er vom gleichen Werk wie das Tor.
Paneelprofil und Sickenbild Jedes Werk hat seine eigenen Profile, Fugenbilder und Prägungen. Daran erkennt man die Herkunft auch ohne jede Beschriftung.
Laufschienenquerschnitt und Federaufhängung Unterscheidet sich von Werk zu Werk deutlich und lässt sich auf einem Foto erkennen.
Dichtungsprofile Boden-, Seiten- und Sturzdichtungen sind werksspezifisch geformt – wichtig, weil genau die oft als Erstes ersetzt werden müssen.
Handsender und Funkempfänger Zeigt die Funkgeneration und damit das Baujahr-Fenster. Dazu mehr auf Handsender.

📷 Was ich von Ihnen brauche, um das zu sagen

Schicken Sie mir per WhatsApp oder Mail fünf Fotos, dann sage ich Ihnen in der Regel am selben Tag, was Sie haben:

  • Das Tor von innen, ganz
  • Das Typenschild, so wie es ist – auch wenn es überstrichen ist
  • Ein Scharnier oder ein Rollenhalter, nah
  • Der Antriebskopf mit seinem Schild
  • Die Federwelle oder, beim Schwingtor, der Hebelarm mit den Federn

Diese Auskunft kostet nichts, auch wenn daraus kein Auftrag wird. Sie können das Teil danach selbst bestellen – dann wissen Sie wenigstens, welches.

Es ist kein Schild mehr da

Bei Toren, die älter als rund 30 Jahre sind, fehlt das Schild oft ganz – abgefallen, weggerostet, bei einer Renovierung mitlackiert. Das ist kein Hindernis, es dauert nur etwas länger. Dann wird nach Bauart bestimmt und nach Maß gearbeitet:

1
Bauart und Werk bestimmen

Über Beschläge, Profile, Schienen und Federaufhängung. Das ist der Teil, bei dem die Jahre im Werkskundendienst helfen: Ich habe diese Baureihen eingebaut, als sie neu waren.

2
Tor vermessen und wiegen

Breite, Höhe, Paneelstärke und Gewicht – aus dem Gewicht ergibt sich die Federberechnung, auch ohne Herstellerangabe.

3
Feder ausmessen

Drahtstärke, Innendurchmesser, Länge und Wickelrichtung. Damit lässt sich eine Feder beschaffen oder nachfertigen, die genau passt – und ausgewogen läuft. Mehr auf Federwechsel.

4
Dokumentation neu anlegen

Ich notiere, was verbaut ist, und Sie bekommen das schriftlich. Beim nächsten Mal muss niemand mehr rätseln – bei Mietobjekten und Wohnanlagen ist das Gold wert.

Gibt es Ersatzteile, auch wenn der Name unbekannt ist?

In den meisten Fällen ja. Entscheidend ist nicht der Name auf dem Schild, sondern das Baujahr und die Frage, ob es Mechanik oder Elektronik ist.

BaujahrMechanikElektronik
ab 2010problemlosproblemlos
2000–2010problemlosmeist noch
1990–2000meist nochselten
vor 1990Einzelfall, Federn und Seile fast immer nachfertigbarnein

Bei alter Elektronik ist ein neuer Antrieb meist billiger als die Suche nach der Originalplatine – und man bekommt Lichtschranke und Kraftabschaltung auf aktuellem Stand mit dazu. Verbaut werden nur Teile, die der Herstellerspezifikation entsprechen; das verlangt die DGUV-Information 208-022 und ist der Grund, warum ein Billigteil aus dem Internet am Ende teurer wird.

🛠 Was das praktisch für Sie heißt

Ich repariere Toranlagen unabhängig davon, wer sie geliefert hat und unabhängig davon, welcher Name auf dem Schild steht – Hörmann, ConDoor, Novoferm, Normstahl, Teckentrup, Wiśniowski, Köster, Crawford, der Name eines regionalen Fachbetriebs oder gar kein Name. Ein großer Teil meiner Einsätze sind genau solche Anlagen: Betriebe werden verkauft, geben auf oder haben die Unterlagen von damals nicht mehr. Für Sie ändert das nichts.

📞 +49 (0) 151 50 75 67 59

Häufige Fragen

Wo finde ich das Typenschild am Garagentor?

Beim Sektionaltor seitlich an der senkrechten Zarge, meist rechts innen in Augenhöhe, und zusätzlich innen auf der obersten Sektion. Beim Schwingtor innen am Rahmen oder auf dem Querprofil. Beim Rolltor im Wickelkasten, teils erst nach Abnahme der Revisionsabdeckung. Und immer auch am Antrieb nachsehen: Der hat sein eigenes Schild, meist unter der Lampenabdeckung.

Auf dem Typenschild steht der Name eines Fachbetriebs, nicht eines Torherstellers. Ist das ein schlechtes Zeichen?

Nein. Viele Händler und Fachbetriebe verkaufen Tore unter eigenem Namen – gefertigt werden sie von einem der großen Werke. Das ist üblich und sagt über die Qualität nichts. Es heißt nur: Suchen Sie Ersatzteile nicht unter diesem Namen, sondern lassen Sie den echten Hersteller über die Beschläge bestimmen.

Woran erkennt man den echten Hersteller?

Am sichersten an den Beschlägen: Rollenhalter, Scharniere, Seiltrommeln und Endkappen sind in der Regel mit Namen oder Logo des Werks geprägt. Dazu das eigene Typenschild am Antrieb, das Paneel- und Sickenbild, der Laufschienenquerschnitt und die Dichtungsprofile. Fünf Fotos genügen mir meist, um das zu sagen.

Der Betrieb, von dem mein Tor stammt, ist nicht mehr erreichbar. Was mache ich?

Rufen Sie mich an. Für die Reparatur brauche ich den ursprünglichen Lieferanten nicht. Das kommt oft vor – Betriebe werden verkauft, geben auf oder haben die alten Auftragsdaten nicht mehr. Ich bestimme Hersteller und Baureihe selbst und lege Ihnen die Dokumentation neu an.

Mein Typenschild ist überstrichen oder nicht mehr lesbar.

Die Beschriftung ist meist geprägt oder gestanzt. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe flach von der Seite darauf, dann lesen Sie die Prägung oft im Schattenwurf. Bitte nicht abkratzen. Wenn gar nichts zu erkennen ist, bestimme ich das Tor nach Bauart – das geht auch.

Was ist die wichtigste Angabe auf dem Schild?

Die Auftrags- oder Kommissionsnummer. Damit lässt sich beim Hersteller häufig die komplette Ausführung nachschlagen – Maß, Federtyp, Beschlagsart, Farbe. Danach kommen Typ und Baujahr.

Kostet die Auskunft etwas?

Nein. Schicken Sie mir die Fotos, ich sage Ihnen, was Sie haben und welches Teil Sie brauchen. Auch dann, wenn Sie es danach selbst bestellen. Bei Federn und Seilen würde ich Ihnen allerdings abraten, selbst Hand anzulegen – warum, steht auf Federwechsel.

Ich verwalte mehrere Objekte und habe zu kaum einer Anlage Unterlagen.

Das ist im Bestand der Normalfall. Ich nehme die Anlagen auf, bestimme Hersteller und Baureihe, prüfe sie und lege die Dokumentation neu an – mit Protokoll je Anlage und Abrechnung je Objekt. Siehe Hausverwaltungen und Gewerbe.

Lohnt es sich, bei einem Tor ohne Schild überhaupt zu reparieren?

Oft ja – Mechanik ist viel länger verfügbar, als man denkt, und Federn lassen sich nachfertigen. Gegen eine Reparatur sprechen ein durchgerosteter Rahmen, fehlende Sicherheitsbauteile oder Elektronik von vor 2000. Ich rechne Ihnen beides durch, Reparatur und neues Tor, und sage Ihnen auch dann, wenn die Reparatur die bessere Wahl ist.

Fotos schicken, Antwort meist am selben Tag:

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Oder über das Anfrageformular