Ich repariere alle Fabrikate – auch Tore, die ich nicht geliefert habe, und solche, deren Hersteller es nicht mehr gibt. Hier steht je Marke, was typischerweise ausfällt, wie die Ersatzteillage aussieht und ob sich die Reparatur noch lohnt.
Die Mechanik eines Garagentors ist bei allen Herstellern ähnlich aufgebaut: Federn, Seile, Laufrollen, Scharniere, Beschläge. Deshalb ist fast jedes Tor reparierbar, unabhängig von der Marke und vom Baujahr.
Den Unterschied macht die Ersatzteillage. Bei Hörmann, Novoferm und Teckentrup bekommt man auch für 25 Jahre alte Tore noch Originalteile. Bei Marken wie Siebau, Guttomat oder Zarges gibt es den Hersteller nicht mehr – dort arbeite ich mit Universalkomponenten und Sonderanfertigungen.
Welches Tor Sie haben, steht meist auf einem Typenschild am Torblatt oder an der Zarge. Wie Sie es finden und lesen, steht unter Welches Garagentor habe ich?
Europas größter Hersteller, Werk in Steinhagen. Ich war dort selbst Servicetechniker, Montageleiter und Projektleiter im Werkskundendienst – die Technik kenne ich von innen, nicht aus dem Katalog. Meine Nachweise stehen offen auf der Seite.
Typische Fälle: gebrochene Torsionsfedern am Sektionaltor, verschlissene Laufrollen, defekte Platinen bei SupraMatic- und ProMatic-Antrieben nach Gewittern, ausgeschlagene Scharniere. Beim Berry-Schwingtor – dem meistverkauften Schwingtor Europas – sind es fast immer die Zugfedern und die Hebelarme.
Ersatzteillage: hervorragend, auch für sehr alte Baureihen. Eine eigene Seite dazu gibt es unter Hörmann-Reparatur.
Novoferm (Rees, zur japanischen Sanwa-Gruppe) ist nach Hörmann der zweitgrößte Anbieter im deutschen Markt. Besonderheit beim Antrieb Novoport: Die Entriegelung sitzt seitlich am Torblatt, nicht an der Decke – das sorgt regelmäßig für Verwirrung, wenn der Strom weg ist. Häufig: Laufwagen, Seilrollen, Antriebssteuerung.
Teckentrup (Verl, seit 1932) ist stark bei Industrie- und Brandschutztoren sowie den CarTeck-Garagentoren. Bei den Brandschutzabschlüssen gilt besonders streng: Es werden nur Teile verbaut, die zur Zulassung der Tür passen. Mehr dazu unter Brandschutz und Feststellanlagen.
Roma (Burgau) ist eigentlich Marktführer bei Rollläden, baut aber auch hochwertige Aluminium-Rolltore und Deckenlauftore. Typisch sind Fragen zu Einstellung und Programmierung der Antriebe. Rolltore behandle ich ausführlich unter Rolltor-Reparatur.
Beide Marken gehören heute zum schwedischen Konzern ASSA ABLOY. Das deutsche Normstahl-Werk in Moosburg ist geschlossen, der Support läuft eingeschränkt über den Mutterkonzern.
Normstahl-Schwingtore mit den prägnanten blauen Kunststoffgriffen stehen noch in sehr vielen Garagen. Gefragt sind vor allem Zugfedern, Laufrollen und Schlösser. Für die ganz alten Baureihen – etwa Normstahl Classic – versiegen die Originalteile zunehmend; dort arbeite ich mit angefertigten Federn und Universalbeschlägen.
Crawford war einer der größten skandinavischen Hersteller von Sektional- und Industrietoren. Die Anlagen sind robust gebaut und fast immer noch zu retten; häufig geht es um Antriebe, Seiltrommeln und Torabdichtungen an Verladestellen.
Ruku aus Illertissen baut architektonisch anspruchsvolle Massivholz-Kipptore und bündige Fassadentore. Die Rahmen sind nahezu unzerstörbar, die beweglichen Teile nicht: Hebelarme, Laufrollen und vor allem die schweren Federpakete sind nach 30 bis 50 Jahren am Ende.
Eine häufige Frage ist das Umrüsten alter Ruku-Tore auf Kleinfedern. Das geht bei vielen Baureihen und macht das Tor spürbar leichtgängiger – ob es bei Ihrem Tor sinnvoll ist, sehe ich vor Ort am Beschlag.
Der Antrieb ist oft von einem anderen Hersteller als das Tor. Ich repariere und ersetze Antriebe unabhängig vom Fabrikat:
Wenn der Antrieb nicht mehr reagiert oder nur noch halb fährt, hilft die Seite Antrieb defekt bei der Eingrenzung. Zum Einlernen von Handsendern gibt es Handsender programmieren.
Siebau (Kreuztal) hat die Torproduktion eingestellt und baut heute nur noch Carports und Raumsysteme – Millionen Kipptore aus den Siebzigern bis Neunzigern sind aber noch im Einsatz, vor allem an Fertiggaragen. Guttomat aus Österreich ist insolvent, Zarges Torbau und Weller wurden vor Jahrzehnten aufgelöst.
Diese Tore sind trotzdem reparierbar. Federn lassen sich nach Maß anfertigen, Laufrollen, Seile und Beschläge gibt es als Universalteile. Nur bei verzogenen Torblättern oder durchgerosteten Zargen lohnt es sich nicht mehr – das sage ich dann auch.
Wer die Teile selbst beschaffen möchte: In unserem Ersatzteilshop torshop.de gibt es Federn, Seile, Laufrollen und Beschläge auch für ältere Baureihen.
| Marke | Schwerpunkt | Besonderheit bei der Reparatur |
|---|---|---|
| Pfullendorfer | Schwere Holz- und Sonderkipptore seit 1949 | Aktiv, gute Federversorgung auch für Alt-Modelle |
| Käuferle | Nicht ausschwingende Kipptore (Kipptor A) | Fast nur in Tief- und Sammelgaragen, hohe Belastung |
| Dold (Bräunlingen) | Massive Holz-Kipptore | Direkt in der Nachbarschaft, viele Tore in der Region |
| Kübler (Hohentengen) | Langlebige Kipptorsysteme | Ebenfalls regional, oft an älteren Hofgebäuden |
| Wiśniowski, Krispol, Alutech, Ryterna | Sektionaltore aus Polen, Belarus und Litauen | Häufig in Neubauten, Beschläge meist kompatibel zu Standardteilen |
| Alulux | Aluminium-Rolltore, Deckenlaufbandtore | Panzer, Wickelwelle, Motor |
| Silvelox, Breda | Italienische Design-Kipp- und Sektionaltore | Verdeckte Mechanik, Teile oft nur über Italien |
| Bautech (Schweiz) | Sehr schwere, wetterfeste Kipptore | Hohe Torgewichte, starke Federpakete |
| Schellenberg, Seip, Berner | Antriebe und Nachrüstsysteme | Meist Steuerung und Funk |
Ihre Marke ist nicht dabei? Das heißt nichts – rufen Sie an. In 20 Jahren ist mir kaum ein Tor untergekommen, das sich gar nicht reparieren ließ.
Bei alten Kipptoren von Siebau, Dold, Pfullendorfer oder Normstahl brechen meist die Mehrfach-Zugfederpakete. Wenn eine Feder bricht, gehört immer das komplette Paket auf beiden Seiten getauscht: Die verbleibenden Federn haben dieselbe Materialermüdung, und wird nur eine ersetzt, zieht das Tor schief und verbiegt mit der Zeit die Hebelarme. Dann wird aus einem Federwechsel eine Mechanikreparatur.
Mehr dazu unter Torsionsfeder und Zugfeder.
Ja, das ist der größte Teil meiner Arbeit. Mechanisch sind Garagentore aller Hersteller ähnlich aufgebaut. Ich brauche weder einen Kaufbeleg noch eine bestehende Kundenbeziehung – nur das Tor.
Ja. Bauart, Beschläge und Maße verraten meist genug, um die passenden Teile zu bestimmen. Federn werden ohnehin über Drahtstärke, Durchmesser und Länge ausgemessen, nicht über eine Artikelnummer.
Nicht mehr vom Hersteller – Siebau hat die Torproduktion eingestellt. Federn lassen sich aber nach Maß anfertigen, Laufrollen, Seile und Beschläge gibt es als Universalteile. Die meisten Siebau-Kipptore an Fertiggaragen sind damit weiter instand zu halten.
Für neuere Baureihen ja, über ASSA ABLOY. Für die ganz alten Serien wie Normstahl Classic wird es eng; dort arbeite ich mit angefertigten Federn und Universalbeschlägen. Schlösser und Laufrollen sind meist noch beschaffbar.
Faustregel: Solange Torblatt und Zarge in Ordnung sind, lohnt die Reparatur fast immer. Federn, Seile, Rollen und Antriebe sind Verschleißteile und kosten einen Bruchteil eines neuen Tores. Bei verzogenen Blättern oder durchgerosteten Zargen sage ich Ihnen offen, dass sich das nicht mehr rechnet.
Ja. In unserem Shop torshop.de gibt es Federn, Seile, Laufrollen und Beschläge, auch für ältere Baureihen. Beim Federwechsel rate ich trotzdem zum Fachbetrieb – eine gespannte Torsionsfeder ist kein Heimwerkerteil.
Ja. Antrieb und Tor sind oft von verschiedenen Herstellern. Ich arbeite an Belfox, Sommer, Marantec, Chamberlain, LiftMaster, Berner, Tormatic, Schellenberg, Rademacher und EcoStar – und rüste auch auf einen anderen Antrieb um, wenn Teile nicht mehr zu bekommen sind.