Welches Geräusch woher kommt, womit geschmiert wird und womit auf keinen Fall, was Sie selbst machen können und wann die Rollen gewechselt gehören.
Quietscht ein Garagentor, sind in den meisten Fällen die Laufrollen trocken – genauer: deren Lager. Zweithäufigste Ursache sind die Scharniere zwischen den Sektionen, an dritter Stelle die Torsionsfeder.
Geschmiert wird das Lager der Rolle, nicht die Lauffläche und erst recht nicht die Führungsschiene. Eine gefettete Schiene zieht Staub an und wird dadurch schlechter, nicht besser. Als Mittel eignet sich Sprühfett oder ein harzfreies Öl; Kriechöl wie WD-40 ist ein Löser, kein Schmierstoff – es verfliegt nach Tagen und das Quietschen kommt zurück.
Rattert oder rumpelt das Tor dagegen, ist Schmieren zwecklos: Dann ist das Lager ausgeschlagen oder die Rolle unrund gelaufen, und sie muss getauscht werden.
| Geräusch | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Hohes Quietschen, gleichmäßig über die ganze Fahrt | Trockene Laufrollenlager | Lager fetten. Wirkt sofort und hält Monate. |
| Knarzen nur beim Umlenken in die Waagerechte | Scharniere zwischen den Sektionen | Scharnierbolzen ölen, sparsam. |
| Singen oder Knacken beim Anfahren, von oben | Torsionsfeder, die Windungen reiben | Federspray oder Silikonöl auf die Feder, nicht auf die Welle. Das ist der einzige Fall, in dem an der Feder etwas gemacht wird – berühren Sie sonst nichts daran. |
| Rattern, Rumpeln, Poltern | Lager ausgeschlagen, Rolle unrund | Rolle tauschen. Schmieren bringt hier nichts. |
| Schleifen, metallisch | Torblatt streift an der Zarge, Rollen falsch eingestellt oder Tor verzogen | Rollenandruck nachstellen. Vorher prüfen, ob das Tor waagerecht läuft. |
| Schlagen oder Klacken, einmal pro Umdrehung | Ein Seil springt auf der Trommel, oder eine Rolle ist gebrochen | Tor nicht weiter fahren. Siehe Drahtseil. |
Die häufigste Frage dazu, und sie ist berechtigt, weil das falsche Mittel Schaden anrichtet.
Dann ist meist nicht das Lager schuld, sondern das Fett darin: Es wird bei Frost zäh, und die Rolle dreht sich schwerer. Dazu kommen harte Dichtungen, die am Boden kleben. Abhilfe: Lager mit einem kältefesten Fett neu schmieren und die Dichtungen vor dem Winter mit Silikon behandeln. Bleibt das Quietschen auch im Sommer, liegt es am Lager selbst.
Schmieren und Reinigen sind unbedenklich, solange Sie die Finger von Federn und Seilen lassen. So gehen Sie vor:
Bleibt das Tor in halber Höhe nicht stehen, sondern sackt ab oder schnellt hoch, stimmt die Federspannung nicht – das ist kein Rollenthema und gehört in Fachhand. Mehr dazu unter Torsionsfeder und Zugfeder.
Eine Laufrolle ist ein Verschleißteil. Bei einem privat genutzten Tor hält sie oft 15 Jahre und mehr, bei einem Tor, das täglich zwanzigmal läuft, deutlich kürzer. Tauschreif ist sie, wenn eines davon zutrifft:
Gewechselt wird nicht eine einzelne Rolle, sondern in aller Regel der ganze Satz. Die übrigen haben dieselbe Laufleistung hinter sich, und eine neue Rolle neben fünf verschlissenen trägt mehr Last als vorgesehen.
Laufrollen unterscheiden sich in vier Punkten, und alle vier müssen stimmen:
| Merkmal | Übliche Werte | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Rollendurchmesser | meist 46 oder 50 mm | Muss zur Führungsschiene passen. Eine zu kleine Rolle wackelt, eine zu große klemmt. |
| Achsdurchmesser und Achslänge | herstellerabhängig | Die Achse steckt im Rollenhalter. Länge bestimmt, wie weit das Torblatt von der Schiene steht. |
| Material | Kunststoff oder Stahl | Kunststoff läuft leiser, Stahl hält länger und trägt mehr. In Wohnhäusern mit Zimmer über der Garage lohnt Kunststoff mit Kugellager. |
| Lagerung | Kugellager oder Gleitlager | Kugellager läuft leichter und leiser und ist der Grund, warum ein neues Tor so viel ruhiger ist als ein zwanzig Jahre altes. |
Dazu kommt der Rollenhalter, der die Rolle am Torblatt hält. Die oberen Halter sind meist verstellbar – damit wird der Andruck des Torblatts an die Sturzdichtung eingestellt. Wenn es oben zieht oder das Tor oben schleift, liegt es fast immer an dieser Einstellung und nicht an der Dichtung.
Die Rollen selbst sind günstig – der Satz für ein normales Sektionaltor bewegt sich im zweistelligen Bereich. Den Preis macht die Arbeitszeit: Rechnen Sie für einen kompletten Rollensatz inklusive Prüfung und Einstellung mit etwa einer bis anderthalb Stunden, also 116 € bis 174 €, dazu die Anfahrt ab 54 € und das Material.
Meist lohnt es sich, den Rollenwechsel mit der Jahreswartung zusammenzulegen: Die Anfahrt fällt dann nur einmal an, und Federn, Seile und Einstellung werden ohnehin mitgeprüft. Was die Anfahrt zu Ihnen kostet, steht unter Einsatzgebiet.
Für die Laufrollenlager Sprühfett, für Scharniere harzfreies Öl, für Gummidichtungen Silikonspray. Kein Kriechöl wie WD-40 – das löst und reinigt, schmiert aber nicht dauerhaft. Und kein Fett in die Führungsschiene: Die soll sauber und trocken bleiben, sonst klebt der Staub darin fest.
Meist nicht. Bei Frost wird das Fett im Lager zäh und die Dichtungen hart. Ein kältefestes Fett im Lager und Silikonspray auf den Dichtungen lösen das. Quietscht es auch bei warmem Wetter, ist das Lager selbst am Ende.
Die seitlichen und unteren Rollen sind bei vielen Toren zugänglich, aber es gibt einen Haken: Die unterste Rolle sitzt an der Bodenkonsole, an der auch das Drahtseil hängt. Wer dort etwas löst, ohne das Tor zu sichern und die Feder zu entspannen, bekommt das Torblatt entgegen. Das ist der häufigste schwere Unfall an Garagentoren. Obere und mittlere Rollen zu tauschen ist weniger heikel, erfordert aber, dass das Tor in der Waagerechten gesichert ist.
Tor schließen, Antrieb entriegeln, dann jede Rolle von Hand drehen. Eine gesunde Rolle dreht sich leicht und gleichmäßig, sitzt ohne Spiel im Halter und hat eine runde, glatte Lauffläche. Schwergang, Spiel, Abflachungen oder Risse heißen: tauschen. Rollt eine Rolle gar nicht mehr und schleift nur durch die Schiene, muss sie sofort raus – sonst nimmt die Schiene Schaden.
Das ist kein reines Rollenthema. Die häufigste Ursache ist ein gelockertes oder gerissenes Drahtseil auf einer Seite, die zweithäufigste eine gebrochene Feder. Beides bedeutet: Tor nicht mehr bewegen. Einzelheiten unter Drahtseil und Torsionsfeder.
Einmal im Jahr reicht bei normaler Nutzung, und am besten zusammen mit der Sichtprüfung von Seilen und Federn. Bei einem Tor, das mehrmals täglich läuft, lieber halbjährlich. Das ist ohnehin Teil der jährlichen Wartung, die der Hersteller für den Erhalt der Gewährleistung verlangt.
Fast immer. Laufrollen sind weitgehend Normteile, die nach Durchmesser, Achsmaß und Lagerart bestellt werden – die Marke des Tores spielt dabei kaum eine Rolle. Auch für Tore von Herstellern, die es nicht mehr gibt, ist das unkritisch; siehe Ersatzteile für alte Tore. Wer selbst einbauen will, findet sie in meinem Shop torshop.de.
Oft lässt sich am Telefon eingrenzen, ob Schmieren reicht oder etwas getauscht werden muss. Das kostet nichts.