🔧 Alte Baureihen · ausgelaufene Modelle

Ersatzteile für alte Tore, deren Baureihe es nicht mehr gibt

Normstahl Magic, Belfox, Käuferle, Guttomat, Siebau, Pfullendorfer, Hörmann Berry, Bothe-Hild, AKM: Was sich bei diesen Toren noch beschaffen lässt, wo es eng wird und welche Teile ohnehin Normteile sind.

Die kurze Antwort

Ein verbreitetes Missverständnis vorweg: Die meisten dieser Hersteller gibt es noch. Ausgelaufen sind die Baureihen, nicht die Firmen. Siebau baut heute Carports und Fertiggaragen statt Schwingtore, Normstahl führt längst andere Antriebsgenerationen, Hörmann hat das Berry-Schwingtor abgelöst. Für Sie macht das wenig Unterschied: Das Werk hat für Ihr Modell keine Teile mehr.

Das heißt aber nicht, dass das Tor hin ist. Federn, Seile, Laufrollen, Scharniere und Dichtungen sind Normteile – sie werden nach Maß und Werten gefertigt, nicht nach Markenname. Eng wird es nur bei Torblättern, Spezialbeschlägen und originaler Elektronik.

Bei Antrieben ist die Antwort fast immer dieselbe: ein aktuelles Fabrikat einbauen statt eine 20 Jahre alte Platine suchen.

Das häufigste Problem: der Handsender

Die meisten Anfragen zu alten Toren drehen sich gar nicht um Mechanik, sondern um einen Sender, der nicht mehr tut. Typische Suchen sind Belfox 7834 programmieren, Käuferle TX40 Ersatz, Normstahl Magic 600 Handsender anlernen oder Pfullendorfer SM1. Die Reihenfolge beim Vorgehen ist immer gleich:

  1. Batterie tauschen. In den allermeisten Fällen ist das schon die Lösung. Ein schwacher Sender funktioniert direkt am Tor noch, aus der Einfahrt aber nicht mehr – das wird oft als Antriebsdefekt missverstanden.
  2. Zweiten Sender probieren. Geht der, liegt es am Sender, nicht am Empfänger.
  3. Originaltyp nachkaufen. Für viele alte Typen gibt es noch Restbestände oder baugleiche Sender anderer Anbieter, sofern Frequenz und Codierverfahren passen.
  4. Universalsender anlernen. Bei vielen älteren Anlagen funktioniert ein lernfähiger Universalsender, der den alten Code kopiert.
  5. Funkempfänger nachrüsten. Der sicherste Weg, wenn gar nichts passt: ein neuer Empfänger am Antrieb, danach ist der Sendertyp frei wählbar. Das funktioniert auch bei Anlagen, deren Hersteller verschwunden ist.

Welcher Weg bei Ihrer Anlage geht, hängt vom Antrieb ab, nicht vom Tor. Eine ausführliche Anleitung steht unter Handsender programmieren.

🔍 Erst klarstellen, was Sie haben

Bei fast allen alten Toren steht die Marke auf einem Typenschild am Torblatt, an der Zarge oder am Antriebskopf. Ist es verblasst oder überstrichen, hilft Welches Garagentor habe ich? – dort steht, wo die Schilder sitzen und was die Angaben bedeuten. Ein Foto des Schildes erspart bei einer Anfrage viel Hin und Her.

Normstahl – alte Antriebe und Tore

Normstahl gehört heute zu einem großen Konzern und ist weiterhin am Markt. Die gesuchten Typen sind aber die alten: Magic 600, Spark 600 und Spark 1000, dazu die älteren Ultra-Antriebe. Bei diesen Anlagen sind zwei Dinge typisch: Der Handsender wird nicht mehr angenommen, und der Kunststoff-Laufwagen im Antrieb bricht. Beides ist lösbar – der Laufwagen als Ersatzteil, der Sender über einen der fünf Wege oben.

Beim Tor selbst sind alte Normstahl- und Crawford-Sektionaltore solide gebaut. Beschläge und Führungen sind weitgehend Standard, Federn werden ohnehin nachgefertigt. Mehr dazu steht auf der Übersicht aller Hersteller.

Belfox

Belfox-Antriebe und -Funksysteme stecken in vielen älteren Garagen- und Hoftoranlagen. Gesucht werden vor allem die Sender – 7834, Genios 350, Ultra 800 – und Steuerungen. Der übliche Weg hier ist der Nachrüstempfänger: Er hängt sich an die vorhandene Steuerung und macht den Sendertyp wieder frei wählbar. Bei Schiebetorantrieben ist zusätzlich die Lichtschranke ein häufiger Kandidat – verschmutzte oder verstellte Lichtschranken sehen aus wie ein Steuerungsdefekt.

Käuferle

Käuferle aus Aichach baut weiterhin, vor allem die nicht ausschwingenden Kipptore (Kipptor A), die man in Tief- und Sammelgaragen findet. Nachgefragt werden fast ausschließlich Handsender, etwa der TX40, und kompatible Ersatztypen. Mechanisch sind diese Tore robust; wenn etwas kommt, dann Federbruch und ausgeschlagene Lager – bei Toren in Sammelgaragen eine Frage der Laufleistung, nicht des Alters. Was bei Toren in Wohnanlagen zu beachten ist, steht auf einer eigenen Seite.

Guttomat

Die Marke Guttomat aus Güssing im Burgenland hat eine bewegte Geschichte hinter sich: mehrere Insolvenzverfahren des Herstellers, zuletzt eine Neuaufstellung der Produktion. Die Marke gibt es also weiter, aber für ältere Baureihen ist die Teilelage unzuverlässig geworden. Gefragt sind vor allem Torsionsfedern, Torantriebsteile und Handsender. Federn sind Nachfertigung, also unkritisch. Bei Seitensektionaltoren – eine Guttomat-Spezialität – ist die Laufwagentechnik aufwendiger als beim Deckensektionaltor; dort lohnt sich ein Blick vor Ort, bevor Teile bestellt werden.

Siebau

Siebau in Kreuztal begann 1959 mit Schwingtoren und baut heute Carports, Gerätehäuser und Fertiggaragen – Garagentore sind nicht mehr im Programm. Entsprechend viele Siebau-Schwingtore stehen in der Fläche, ohne dass es Werksteile gäbe. Das ist weniger dramatisch, als es klingt: Bei alten Schwingtoren sind fast immer die Zugfedern und die Hebelarme der Punkt, und beides wird nach Maß gefertigt. Was bei diesen Toren oft unterschätzt wird, sind die Mehrfach-Zugfederpakete: Bricht eine Feder im Paket, übernehmen die übrigen die Last und reihum reisst die nächste. Deshalb wird immer das ganze Paket getauscht, auf beiden Seiten.

Pfullendorfer

Pfullendorfer Torsysteme ist seit 1949 am Markt und baut schwere Holz- und Sonderkipptore; die Federversorgung ist auch für alte Modelle vergleichsweise gut. Gesucht werden hauptsächlich Handsender, oft der SM1, und Antriebsteile. Bei den schweren Holztoren ist eine Sache wichtig: Das Torgewicht ändert sich über die Jahre. Holz zieht Feuchtigkeit, ein Tor kann nach zwanzig Jahren deutlich schwerer sein als bei der Montage. Beim Federwechsel wird deshalb nachgewogen und nicht einfach die alte Federkennung übernommen.

Hörmann Berry

Das Berry-Schwingtor war über Jahrzehnte das meistverkaufte Schwingtor Europas, und entsprechend viele stehen noch – N80, Typ 2, Typ 3 und die vielen Motivvarianten. Hier ist die Lage komfortabel: Hörmann liefert für Berry-Tore nach wie vor Teile, auch für sehr alte Baureihen. Zugfedern, Hebelarme, Schlösser und Griffe sind beschaffbar. Als ehemaliger Hörmann-Werkskundendiensttechniker kenne ich die Technik von innen; Einzelheiten stehen unter Hörmann-Reparatur.

Bothe-Hild

Bothe-Hild aus Herborn ist in vielen Gewerbeobjekten verbaut. Gesucht werden fast ausschließlich Torsteuerung, Fehlermeldungen, Steuerungsanleitung und Fernbedienung – also Elektronik, nicht Mechanik. Das passt zum Bild: Die Tore selbst halten, die Steuerungen sind in die Jahre gekommen. Wirft Ihre Steuerung einen Fehlercode, notieren Sie ihn, bevor Sie etwas ausschalten – mit Code lässt sich die Ursache oft am Telefon eingrenzen, ohne Code wird es Suchen vor Ort. Auch hier gibt es einen Anbieter mit lizenzierten Ersatzteilen.

AKM Tore

AKM Tore aus Adelheidsdorf bei Celle taucht vor allem mit Typbezeichnungen in den Suchen auf, etwa F211 und AK100. Auch hier geht es meist um Ersatzteile und Service. Die Mechanik folgt dem üblichen Aufbau eines Sektionaltors, die Teileversorgung läuft über den Ersatzteilmarkt.

Laufrollen und Seile – die Verschleißteile

Unabhängig von der Marke sind das die beiden Teile, die am häufigsten ersetzt werden, und beide sind unkritisch zu beschaffen. Laufrollen werden nach Durchmesser, Achsmaß und Lagerart bestellt, Drahtseile nach Durchmesser, Länge und Endverbindung – in beiden Fällen spielt der Hersteller des Tores kaum eine Rolle. Woran Sie erkennen, dass eines von beiden fällig ist, steht unter Laufrollen und Quietschen und Drahtseil.

Wenn die unterste Sektion durchrostet

Das ist bei allen Marken derselbe Schaden und der häufigste Grund, warum ein sonst gutes Tor aufgegeben wird. Die Bodensektion steht im Spritzwasser, im Streusalz und im Schnee. Von innen sieht man oft nichts, während sie von unten schon durch ist – der Rost arbeitet sich von der Schnittkante nach oben.

Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens: Eine einzelne Sektion lässt sich bei fast jedem Sektionaltor tauschen, auch bei Marken ohne Werksversorgung. Das ist deutlich günstiger als ein neues Tor und verlängert die Anlage um Jahre. Zweitens: Ist die Bodendichtung hart geworden, steht das Wasser weiterhin an der neuen Sektion an, und in fünf Jahren stehen Sie wieder da. Die Dichtung gehört deshalb immer mit erneuert – sie ist Meterware und kostet wenig.

Welche Maße und Angaben für eine Ersatzsektion gebraucht werden, steht als Liste unter Was eine Sektion genau braucht – die gilt nicht nur für Günther-Tore, sondern für jedes Sektionaltor.

Ruku, Alulux, Silvelox und andere

MarkeLageWas in der Praxis zählt
Ruku (Illertissen) Besteht weiter Viele ältere Kipp- und Sektionaltore im Bestand. Mechanik gut zugänglich, Federn und Beschläge unkritisch.
Alulux (Verl) Besteht weiter Aluminium-Rolltore. Typisch sind Panzerlamellen, Wickelwelle und Rohrmotor; einzelne Lamellen lassen sich tauschen.
Silvelox (Italien) Besteht weiter Design-Kipptore mit verdeckter Mechanik, Teile laufen über Italien. Lieferzeiten einplanen.
Dold (Bräunlingen) Besteht weiter, regional Massive Holz-Kipptore, viele davon hier in der Gegend. Gleiches Thema wie bei Pfullendorfer: Torgewicht prüfen.
Kübler (Hohentengen) Besteht weiter, regional Langlebige Kipptorsysteme an älteren Hofgebäuden.
Bothe-Hild (Herborn) Ersatzteilmarkt Vor allem Steuerungen und Fernbedienungen. Fehlercode notieren, bevor Sie die Anlage stromlos machen.
AKM Tore (Adelheidsdorf) Ersatzteilmarkt Typen wie F211 und AK100; Standardaufbau, Teile über den Ersatzteilmarkt.
Zarges, Bautech, Breda Keine Torversorgung mehr Reine Einzelfallarbeit: messen, anfertigen, Universalteile anpassen.

Ihre Marke ist nicht dabei? Das heißt nichts. In über 20 Jahren ist mir kaum ein Tor untergekommen, das sich gar nicht reparieren ließ. Eine größere Übersicht steht unter Hersteller, und zu Günther Tore gibt es eine eigene Seite.

📦 Teile selbst einbauen?

Wer handwerklich geschickt ist und die Arbeit selbst machen will, findet Federn, Seile, Laufrollen, Dichtungen und Beschläge auch für ältere Baureihen in meinem Ersatzteilshop torshop.de. Eine Ausnahme bleibt bestehen: Federn unter Spannung gehören nicht in Laienhand. Eine Torsionsfeder speichert genug Energie, um eine Hand zu zertrümmern – und ein Tor mit gebrochener Feder hängt nur noch am Seil. Alles andere ist mit Werkzeug und Geduld machbar.

Wann sich die Reparatur rechnet

Die Frage ist bei alten Toren fast nie, ob ein Teil beschaffbar ist, sondern ob die Tragstruktur noch stimmt: Zarge, Führungsschienen, Sturzanbindung, Befestigung im Mauerwerk. Ist die in Ordnung, lohnt fast jede Reparatur. Ist die Zarge durchgerostet oder sind die Schienen verzogen, zahlen Sie zweimal.

Eine zweite Faustregel: Liegen die Reparaturkosten über der Hälfte eines neuen Tores und ist die Anlage über 25 Jahre alt, ist der Austausch meist die bessere Rechnung – auch wegen der Sicherheitstechnik. Tore aus den Achtziger- und Neunzigerjahren haben häufig keine Absturzsicherung nach heutigem Stand und keine Einzugssicherung an den Schließkanten. Was ein neues Tor kostet, rechnet der Preisrechner aus.

Häufige Fragen zu alten Toren

Bekomme ich für mein 30 Jahre altes Tor noch Federn?

Ja, so gut wie immer. Torsionsfedern werden nach Drahtstärke, Innendurchmesser, Windungszahl und Wickelrichtung gefertigt, Zugfedern nach Länge und Kennung. Die Marke des Tores spielt dabei keine Rolle. Getauscht werden immer beide Federn beziehungsweise das ganze Federpaket – die zweite Feder hat dieselbe Materialermüdung und reisst sonst kurz darauf. Welche Angaben für die Bestellung gebraucht werden, steht unter Was eine Feder genau braucht; allgemein zu Federarten und Kosten: Torsionsfeder und Zugfeder.

Mein Handsender ist kaputt und es gibt den Typ nicht mehr.

Dann wird ein Funkempfänger nachgerüstet. Der hängt sich an die vorhandene Steuerung, und danach können Sie einen beliebigen aktuellen Sender verwenden – auch mehrere, auch fürs Auto mit eingebautem Torsender. Das funktioniert bei praktisch jedem Antrieb mit Impulseingang, unabhängig vom Alter.

Lohnt es sich, einen 20 Jahre alten Antrieb reparieren zu lassen?

Bei mechanischen Teilen oft ja: Laufwagen, Zahnriemen, Kette und Endschalter sind überschaubar. Bei der Elektronik selten. Eine Platine aus Restbeständen kostet häufig fast so viel wie ein neuer Antrieb und bringt keine Garantie. Dazu kommt die Sicherheitstechnik: Aktuelle Antriebe erkennen Hindernisse zuverlässiger, und bei gewerblich genutzten Toren ist das für die jährliche Prüfung relevant.

Kann ich ein einzelnes beschädigtes Paneel tauschen?

Bei Sektionaltoren oft ja. Voraussetzung ist, dass ein passendes Paneel beschaffbar ist – bei aktuellen Marken über das Werk, bei ausgelaufenen Baureihen über Nachbauten. Gebraucht werden Paneelhöhe, Sektionsanzahl, Öffnungsmaße, die Oberfläche und Fotos. Rechnen Sie mit einem Farbunterschied: Ein zehn Jahre altes Torblatt hat nie exakt den Ton eines neuen Elements.

Woran erkenne ich, ob mein Tor noch sicher ist?

Drei Dinge können Sie selbst prüfen, ohne etwas anzufassen: Bleibt das Tor in halbgeoffneter Stellung von allein stehen, oder sackt es ab? Laufen beide Seiten gleichmäßig, oder verkantet es? Sind an den Seilen Drähte gerissen oder ist eine Feder sichtbar auseinandergezogen? Bei Auffälligkeiten – und besonders bei einer gebrochenen Feder – das Tor nicht mehr bewegen, es hängt dann an einem Bauteil, das dafür nicht ausgelegt ist.

Reparieren Sie auch Tore, die Sie nicht geliefert haben?

Das ist der größte Teil meiner Arbeit. Ich arbeite herstellerunabhängig und war über 20 Jahre in der Tor- und Antriebstechnik, davon als Servicetechniker, Montageleiter und Projektleiter im Hörmann Werkskundendienst. Die Nachweise stehen offen auf der Seite.

Teil gesucht, Hersteller liefert nicht mehr?

Schicken Sie ein Foto vom Tor und vom Typenschild, dann sage ich Ihnen, ob es etwas gibt – und was es kostet.